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Die Südtiroler Filmförderung fördert neun Filme im 3. Call des Jahres!

14.11.2017
IDM vergibt über 2.5 Mio. Euro in dritter und letzter Förderrunde 2017.
In der dritten und damit letzten Förderrunde dieses Jahres vergab die Südtiroler Filmförderung an insgesamt neun Projekte ein Gesamtfördervolumen in Höhe von 2.532.369,27 Euro. In dieser Runde erhalten ein Projekt aus Südtirol, vier weitere aus Italien, drei aus Österreich und eines aus Deutschland. Insgesamt 70 Drehtage ergeben sich daraus für Südtirol.

Die höchste Einzelförderung der dritten Runde erhält mit 500.000 Euro Abel Ferraras Drama Siberia. Starregisseur Abel Ferrara („Pasolini“, „King of New York“) verlegt die sibirische Tun-dra nach Südtirol. In der italienisch-deutschen Koproduktion (Vivo Film und The Match Factory) geht es um Clint, einen Mann mit zahlreichen tiefsitzenden Verletzungen, der sich in die Einöde einer vereisten Tundra zurückgezogen hat. Trotzdem findet er dort weder seinen Frie-den, noch die gewünschte Einsamkeit und Isolation. An einem schicksalsträchtigen Abend be-ginnt eine Reise, die ihn mit seinen Träumen und Erinnerungen konfrontieren wird, die ihn aber von der Dunkelheit zurück ins Licht führen soll. Ferrara wird voraussichtlich mit Willem Dafoe, Isabelle Huppert und Nicolas Cage eine internationale Starbesetzung nach Südtirol bringen, wo, so bislang die Planung, ab März 2018 an zahlreichen Drehorten zwei Drittel der Dreharbeiten stattfinden werden.

Die Bozner Greif Produktion erhält für ihre gemeinsam mit der österreichischen Sigma Film und dem italienischen Koproduktionspartner Cannizzo Produzioni geplante schwarze Komödie Abbi Fede 350.000 Euro. Bei dem italienischen Remake des bekannten dänischen Films "Adam's Apples" führt Alessandro Angelini Regie. Abbi Fede erzählt die Geschichte des gna-denlos optimistisch und positiv in die Welt blickenden Priesters Ivan, der immer wieder gerne in seiner einsam liegenden Kirche verlorene Seelen aufnimmt. So auch einen gewalttätigen sau-dischen Immigranten und einen betrunkenen österreichischen Ski-Profi. Als er auch noch Adamo aufnimmt, einen Kriminellen, der einige Tage in den Bergen ausspannen will, wird aller-dings seine rosarote Weltsicht herausgefordert...Geplant ist, den Film ab Mai 2018 an 20 Tagen komplett in Südtirol auf dem Ritten, in Bozen und in Brixen zu realisieren.

Die Erstbesteigung des Cerro Torre in Patagonien ist Thema von Reinhold Messners neuestem Dokumentarfilm Cerro Torre. Der Film ist der letzte aus der inzwischen dreiteiligen Bergfilmreihe, bei der er selbst Regie führt. Sein Sohn Simon Messner wird als Schauspieler zu sehen sein. Die Riva Film aus Bayern realisiert den Film in Südtirol und an Originalschauplätzen in Argentinien. Cerro Torre folgt den Spuren von Toni Egger und Cesare Maestri, die im Februar 1959 den Aufstieg des „schwierigsten Berges der Welt” wagten. Halbtot wird Cesare Maestri von einem Teammitglied aus dem Schnee gezogen, von Toni Egger fehlt jede Spur, er wurde zum Opfer des Berges. Haben Egger und Maestri den Gipfel erreicht, wie behauptet? Alle Anzeichen sprechen dagegen, schließlich wurde der Eispickel von Toni Egger 1974 am Fuße des Gletschers gefunden.1970, über 10 Jahre später, kletterte Maestri erneut auf den Cerro Torre. Dieses Mal mit Cesarino Faber, der mit einer unglaublichen Geschichte aufwartet, wahrscheinlich weit jenseits der Wahrheit. Reinhold Messner traf sich mit den verbliebenen Zeitzeugen und löst das letzte Geheimnis des Cerro Torre. Den Dreh in Südtirol wird Messner im Februar 2018 an 8 Tagen in Sulden realisieren. Sein Projekt erhält 150.000 Euro Förderung von IDM.

Mit Der Geldmacher greifen die österreichischen Produzenten von epo-Film und ihre Koproduktionspartner FreibeuterFilm sowie die Film-Line Productions aus Deutschland ein aktuelles Thema auf. In dem Spielfilm geht es um die wahre Geschichte des Tiroler Bürgermeisters Michael Unterguggenberger, der während der großen Währungskrise in den 30er Jahren ein mu-tiges Experiment wagte. Inspiriert von einem ähnlichen Experiment mit einer alternativen Währung und beeinflusst durch die Arbeiten des Ökonomen Silvio Gesell und nicht zuletzt ange-sichts der drohenden Pleite seiner Gemeinde, schuf der Bürgermeister kurzerhand eine eigene Währung. So führte er die Bewohner seines Ortes weg von den Auswirkungen der kriselnden Weltwirtschaft. Der verarmte Ort blühte schnell auf und wurde in den Medien zu einer Sensati-on. Allein die Österreichische Nationalbank blieb skeptisch. Die aufkommenden Intrigen gegen seine Währung führten dazu, dass eine Konferenz mit anderen Bürgermeistern zum Thema von der Polizei gestürmt und aufgelöst wurde und Unterguggenberger ins Gefängnis kam. Er wurde wegen der Verletzung des staatlichen Geldmonopols verurteilt. Und dies zwei Jahre vor Ausbruch des österreichischen Bürgerkriegs. Der mit 100.000 Euro geförderte Fernsehfilm ist mit Karl Markovics und Verena Altenberger hochkarätig besetzt, die Regie führt Urs Egger, das Drehbuch schrieb Thomas Reider. Die Drehabreiten machen in Neumarkt und in Girlan Station.

Die Südtiroler Regisseurin Maura Delpero, die auch das Drehbuch schrieb, erzählt in Hogar die Geschichte von Schwester Paola, die nach Argentinien fährt, um dort ihr Noviziat zu beenden und in Hogar, einem italienischen religiösen Zentrum für Teenage-Mütter in Buenos Aires, ihre Weihen entgegenzunehmen. Dort erwartete sie eine Welt, die sie so nicht kennt. Sie trifft auf die 17-jährigen Mädchen Lu und Fari, die sehr jung zu Müttern wurden. Fati ist sehr schüchtern. Lu dagegen ist heißblütig und möchte am liebsten mit einem gewalttätigen Jungen, in den sie verliebt ist, durchbrennen. Eines Nachts – hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Kind Nina und der Anziehung zu ihrem Freund – flieht sie aus Hogar und lässt Nina im Stich. Schwester Paola erhält vorerst das Sorgerecht für Nina und spürt auf einmal tiefe Zweifel über ihr Leben und ihren mönchischen Pfad. Als Lu schließlich zurückkommt, müssen sich beide den Konsequenzen ihrer Handlungen stellen und mit einem neuen Bewusstsein von Mutter-schaft umgehen. Maura Delpero lebt seit vielen Jahren in Argentinien, wo die Dreharbeiten stattfinden werden. Die Produktion der römischen Disparte in Koproduktion mit Vivo Film, ebenfalls aus Rom, und der argentinischen Campo Cine, erhält 62.000 Euro Förderung. Ge-plant ist, dass Südtiroler Filmschaffende in zentralen Positionen beim Dreh in Buenos Aires dabei sind. Voraussichtlicher Drehbeginn ist Januar 2018.

Im Jahr 1915 möchte die junge Südtirolerin Viktoria Savs in den gerade ausgebrochenen Krieg ziehen. Sie kleidet sich wie ein Mann und wird so die erste weibliche Soldatin des österreichischen Kaisers. Im Krieg wird sie schwer verwundet und später als „Die Heldin der drei Zinnen von Lavaredo“ geehrt. Auch die Nazis instrumentalisieren sie für ihre eigenen Kriegsvorbereitungen. Und selbst nach dem 2. Weltkrieg halten sie viele Menschen in hohen Ehren. In den späten 50er Jahren erhält sie vom österreichischen Landeshauptmann und späterem Bundes-kanzler Josef Klaus die Ehrenmedaille. Die Dokumentation der Südtirolerin Karin Duregger, die bereits mit "Die Rattenlinie" und "Luis Trenker – Ein Mann und seine Legenden" ähnlich brisante Themen dokumentarisch aufgearbeitet hat, möchte das Mysterium um eine Frau aufdecken, der es gelang, einen ikonischen Heldinnenstatus zu erreichen. Gedreht wird ab März 2018 in Meran, in den Schützengräben am Monte Piana, im Tunnel im und am Paternkofel und zahlreichen weiteren Südtiroler Orten, als Produktion zeichnet die Wiener Wega-Film verantwortlich. IDM unterstützt
Die Soldatin des Kaisers – Das abenteuerliche Leben der Viktoria Savs
mit 55.000 Euro.

„Einen Penis zu haben, heißt an einen Verrückten gekettet zu sein“, das schrieb Sophokles vor über 2.500 Jahren. Er hatte damals recht und wie es aussieht, auch heute noch. Donald Trump hat die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen, trotz seiner offen frauenfeindlichen, chauvinistischen Haltung. Intellektuelle, Feministen, Aktivisten, Demokraten und sogar einige Republikaner fragen sich: wie ist dies möglich? Italien könnte die Antwort auf diese Frage haben! Alles in diesem Land scheint sich um das männliche Geschlechtsteil zu drehen. So gibt es in Italien 887 Spitznamen für den Penis und die kuriose Mischung aus Diktatoren und Latinlovers – von Casanova über Mussolini zu Berlusconi – war definitiv von ihren Schwänzen gesteuert. Dicktatorship ist der neue Dokumentarfilm der Filmemacher Gustav Hofer und Luca Ragazzi, Regisseure der ausgezeichneten Dokumentation "Italy: Love it or Leave it" und von der mit 50.000 Euro IDM-geförderten Dokumentation "What is left?". Sie haben das phallus-zentrierte System satt und möchten herausfinden, warum Gesellschaften immer noch penisgesteuert sind. "Dicktatorship" wurde bereits zum Co-Production Market & Pitching Forum des Filmmarktes MIA nach Rom eingeladen und wird nun mit 34.000 Euro von der IDM gefördert. Aufgrund der jüngsten Sexskandale rund um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein stößt das Projekt der DOCLAB aus Rom auf viel Aufmerksamkeit.

Dream Big ist ein Film über eine neue Generation junger Mädchen, die frei, stark sowie fest entschlossen sind, gängige Vorurteile zu überwinden. Sie wollen ihre Träume konsequent ver-wirklichen und andere Wünsche und Lebensmodelle verfolgen, als ihre Mütter. Katia Bernardi, Drehbuch und Regie, möchte sich in ihrer Dokumentation mit einer neuen Weiblichkeit ausei-nandersetzen und die Frauen von morgen ermutigen, beharrlich für ihre Träume und gegen Klischees zu kämpfen. Die Dokumentation greift die Geschichte von drei rebellischen Prinzes-sinnen aus italienischen Grundschulen auf. Die Trentiner Regisseurin und die Produktionsfirma GiUMa haben bereits mit dem Projekt "Funne – Le Ragazze che sognavano il mare" für Aufsehen gesorgt, für Dream Big erhalten sie 18.000 Euro aus dem Fördertopf der IDM.

In dieser Förderrunde erhielt ein Projekt Produktionsvorbereitungsförderung in Höhe von 45.000 Euro. Die Südtirolerin Evi Romen, die in Wien lebt, erzählt in ihrem Debüt als Regisseurin Hochwald die Geschichte von Mario, der seine Leidenschaft Tanzen zu seinem Beruf machen möchte. Anders als seinem Freund Luis, Sohn wohlhabender Eltern, der von der Schauspielerei träumt, fliegt ihm allerdings nicht alles zu. Denn Mario lebt alleine mit seiner Mutter, kämpft gegen seine Drogensucht und muss sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Während eines Aufenthalts in Rom, wo Luis ein Schauspiel-Stipendium beginnen möchte, werden die beiden Opfer eines Terrorangriffs. Luis stirbt. Mario überlebt unverletzt. Die Reaktionen im Dorf nach seiner Rückkehr bringen Mario ins Straucheln. Es scheint, dass nicht nur Luis Eltern denken, dass in Rom der Falsche umgekommen sei. Ausgerechnet bei Nadim und sei-nen Brüdern, die er in der Fußgängerzone beim Verteilen des Korans trifft, findet er Unterstützung und die Kraft, seine Sucht zu überwinden. Evi Romen hat für das Treatment von "Hochwald" bereits den renommierten Carl Mayer Drehbuchpreis erhalten. Produziert wird das Projekt von der österreichischen Amour Fou, die bereits "Fieber" und "Die Nacht der 1000 Stunden" in Südtirol gedreht hat

Die Einreichfristen für die Förderrunden im Jahr 2018 enden am 24. Januar (Entscheidung bis 13. März), am 02. Mai (Entscheidung bis 19. Juni) und am 19. September (Entscheidung bis 06. November)
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