IDM Südtirol - Alto Adige

Film Fund & Commission

IDM Südtirol vergibt über eine Million Euro in dritter Förderrunde 2018

In der dritten und letzten Förderrunde des Jahres unterstützt die Südtiroler Filmförderung insgesamt 7 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen in Höhe von 1.060.000 Euro.

Die Münchner Roxy Film, bereits durch Drehs für Filme wie „Luis Trenker - Der schmale Grat der Wahrheit“ oder zwei Verfilmungen der „Burg Schreckenstein“-Jugendbuchreihe, bestens mit Südtirol vertraut, kommt für ihr neues TV-Filmprojekt wieder in die Region. Regisseurin Isabel Kleefeld realisiert mit „Zweite Luft“ ein Drehbuch von Dominque Lorenz, das zu großen Teilen in Südtirol spielt. IDM fördert den Dreh, bei dem 15-18 Drehtage voraussichtlich im Pustertal und Gadertal stattfinden.
Zum Inhalt: Clemens und Corinna sind seit zwei Jahren geschieden, Clemens hat allerdings erneut geheiratet - die Physiotherapeutin Alexa. Clemens und Corinnas beste Freunde, drei Paare, alle Akademiker, haben gelernt, die neue Frau an Clemens Seite zu akzeptieren. Als Clemens plötzlich unerwartet stirbt, sind die Freunde erschüttert. Corinna sieht sich selbst als legitime Witwe und möchte sich allein um die Erbschaftsangelegenheiten kümmern. Auf einer Wanderung, die ursprünglich Clemens für sich, Alexa und die Freunde geplant hatte, bringt Alexa Unruhe in die Gruppe der Generation X-Akademiker und deckt nach und nach ein Konstrukt an Konflikten, Peinlichkeiten und vorgetäuschten Existenzen auf, das die Gruppe umgibt.
„Zweite Luft“ soll voraussichtlich mit der Südtiroler Schauspielerin Anna Unterberger, Anna Schudt und Tobias Moretti hochkarätig besetzt werden.

Ebenfalls mit ausgesprochen hochkarätiger Besetzung plant der österreichische Regisseur Peter Brunner („To the Night“), der auch das Drehbuch zu „Die gespaltene Zunge“ verfasste, ein Horrordrama, das von der Wiener Ulrich Seidl Filmproduktion produziert wird. Voraussichtlich spielen Franz Rogowski und Meret Becker den erwachsenen Sohn und dessen gottesfürchtige Mutter, die gemeinsam isoliert in den Bergen leben. Als das Gebiet, in dem sie leben, für den Tourismus ausgebaut und entwickelt werden soll, nehmen die desaströsen Ereignisse ihren Lauf. Wer steckt dahinter? Die Mutter, das Erbe oder gar der Teufel? Ein Exorzismus, der Johannes’ Glauben auf die Probe stellen wird, soll ihm Antwort geben. Im Sommer 2019 soll der Kinofilm an verschiedenen Locations in Südtirol gedreht werden.

Die Südtiroler Drehbuchautorin und Regisseurin Nancy Camaldo dreht für die Münchner Elfenholz Film ein Midlifecrisis-Drama. „Turn of the Tide“ erhält Produktionsförderung von IDM und dreht 19 von 31 Drehtage in Südtirol, am Reschensee sowie in Meran und Umgebung.
Zum Inhalt: Hochsommer in Europa: Giulias, Biancas und Luis´ Leben verlaufen nicht gerade nach Plan. In Deutschland läuft die alltägliche Routine von Giulia und Luis wie ein Uhrwerk. Sie kümmert sich um die Tochter und er übt seinen Beruf als Koch aus. Doch Luis nervt der Stress bei der Arbeit, während Giulia keine Lust auf die Anforderungen hat, die an sie als Mutter gestellt werden. Währenddessen kümmert sich Bianca, Giulias Schwester, um den verlassenen Hof der Eltern in Südtirol. Sie hasst die Pflichten, die ihr der Hof auferlegt und erfüllt sie zunehmend lustlos. Kurz: alle drei sind wie gelähmt von ihren Pflichten und warten nur darauf, dass sich etwas in ihren Leben ändert. Bis Giulia endlich die Initiative ergreift. Ohne ein Wort zu verlieren, kehrt sie zurück an den Reschensee und zu Bianca auf den Hof und versucht, aus ihrer ihr vorgegebenen Rolle auszubrechen…

Ebenfalls von einem Südtiroler Regisseur wird „Zorro“ realisiert. Ronny Trocker produziert dazu selbst mit seiner Kastelruther Filmproduktion Bagarrefilm und schrieb auch das Drehbuch. Das Projekt wurde von IDM bereits in der Entwicklung unterstützt. Zischlermann Filmproduktion aus Berlin, die auch schon in der Vergangenheit mit Ronny Trocker zusammengearbeitet hat („Die Einsiedler“), ist Koproduzent. Voraussichtlich werden Mark Waschke, Natali Broods und die Südtiroler Hannes Perkmann und Anna Unterberger Rollen übernehmen.
Zum Inhalt: Eine junge und wohlsituierte europäische Familie: Jan, Nina und ihre beiden Kinder Emma und Max. Als Nina nach einem Streit die gemeinsame Marketingagentur verlässt, plant Jan mit der Familie ein langes Herbstwochenende im Ferienhaus an der belgischen Küste, um wieder etwas Ruhe ins Familienleben zu bringen. Unmittelbar nach Ankunft begibt er sich in den Supermarkt, um Proviant für die anstehenden Urlaubstage zu besorgen. Als er wieder zurückkommt, findet er Nina und ihre beiden Kinder verängstigt im Wohnzimmer der Ferienvilla. Angeblich hat Nina zwei Einbrecher auf frischer Tat ertappt. Zunächst scheint der Vorfall die Familie wieder zusammenrücken zu lassen.
Doch wie sich herausstellt, hat jeder in der Familie das dramatische Ereignis des Einbruchs anders wahrgenommen. Max, ein siebenjähriger verträumter Junge, hat angeblich seinen Vater dabei beobachtet, wie er sich im Gebüsch versteckt hielt, anstatt der Familie zu Hilfe zu eilen. Als Nina, von der Polizei befragt, widersprüchliche Aussagen trifft, steht plötzlich die Frage im Raum, ob der Überfall überhaupt stattgefunden hat. Gegenseitiges Misstrauen macht sich breit.

Valentina Pedicini, Regie-Absolventin der Bozner Filmhochschule ZeLIG ist mit einem neuen Filmprojekt zurück. Und zwar mit einer Dokumentation über katholische Shaolin Mönche, die sich dazu entschlossen haben, dem Traum ihres Meisters zu folgen und Kung Fu zu praktizieren, zu meditieren und ein Mönchsleben im Namen Jesu Christi zu führen. Faith ist ein Film, der Zeitläufe in einer geschlossenen Gemeinschaft untersuchen will, eine Dokumentation, die sich den tieferen Ursachen annähert, die hinter diesen radikalen Lebensentscheidungen stehen. Eine poetische und emotionale Reise, sowohl für die Protagonisten als auch für die Filmemacher. Hinter dem Projekt steht das erfahrene und erfolgreiche italienische Produktionsunternehmen Stemal Entertainment.

Zwei Projekte werden außerdem in der Produktionsvorbereitung gefördert:

Autorin Michaela Taschek entwickelt gemeinsam mit den Regisseurinnen Barbara Albert und Sandra Wollner die Pilotfolge der Mystery-Serie „Schnee“ für die Wiener Witcraft Filmproduktion und werden dabei von IDM in der Produktionsvorbereitung unterstützt.
Zum Inhalt: Das Bergdorf Rotten hat viele Jahre lang von dem Schnee und dem damit verbundenen einträglichen Geschäft mit dem Wintersport profitiert. Als der Schnee ausbleibt und das Dorf seine Einnahmequelle verliert, wird auf dem Gletscher unter dem schmelzenden Schnee ein Körper gefunden. Wer ist die im Stil der 1980er Jahre gekleidete Frau, die offenkundig einen gewaltsamen Tod in den Bergen fand? Lucia Salinger ist die neue Ärztin im Ort. Sie ist gerade erst mit ihren Kindern und ihrem Ehemann in die Berge gezogen, um ihre Ehe zu retten. Sie soll die Leiche untersuchen und wird so gegen ihren Willen in den rätselhaften Fall hineingezogen. Gleichzeitig beobachtet sie, dass ihre kleine Tochter Alma eine unerklärliche Affinität für Aurelia, einer alten Frau aus dem Ort, hegt. Als das Mädchen plötzlich verschwindet, stößt Lucia auf seit Jahrzehnte tief verborgene und verschlossene Geheimnisse des Dorfes.

Die gebürtige Südtirolerin und erfolgreiche Filmemacherin (mit Nominierungen für den Deutschen Filmpreis und den Preis der deutschen Filmkritik) Carmen Tartarotti, Produzentin, Autorin und Regisseurin ihres Films „Lamento of the Seagulls“, entwickelt eine Erzählung über das Aufeinandertreffen zweier Personen, die aus unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlichen Generationen stammen und keine gemeinsame Sprache sprechen. Nach und nach erkennen sie aber, dass sie Seelenverwandte sind und beginnen eine poetische Entdeckungsreise ihrer Zuneigung.