IDM Südtirol - Alto Adige

Export

Und die Schweiz? Ratschläge für Südtiroler Unternehmer


Sie ist nicht in der Europäischen Union, aber sie ist nah, sehr nah, und für Südtiroler Unternehmen könnte sie ein gewinnbringender Wirtschaftspartner sein. Bereits jetzt ist die Schweiz, nach Österreich und Deutschland, der drittgrößte Exportpartner für Produkte aus Südtirol: ein anspruchsvoller Markt, besonders in Bezug auf die kulturellen Besonderheiten und die schweizerische Gesetzgebung; gleichzeitig bietet er aber auch zahlreiche Möglichkeiten und befindet sich in stetigem Wachstum.
Das ist das Resümee der Konferenzen und Beratungen, die am 19. und 20. November im Sheraton in Bozen stattfanden und vom IDM Südtirol mit dem Titel „Export Treffen – Schweiz“ organisiert wurden. „Diese beiden Tage“, erklärt Vera Leonardelli, Direktorin der Abteilung Business Development von IDM, „wollten wir unbedingt, da wir ein ausgeprägtes Interesse der Südtiroler Unternehmen am Export in die Schweiz verzeichnen. Sie müssen sich jedoch mit den Besonderheiten des Landes auseinandersetzen.“
Dieses Interesse bestätigt auch Landesrat Philipp Achammer, denn „etwa 25 Unternehmen haben bereits eine Außenstelle in der Schweiz und 700 Unternehmen exportieren im Moment in die Schweiz.“ „Es ist sehr wichtig“, ergänzt er, „allen alle Informationen zugänglich zu machen: Die Qualität steht dabei für den Schweizer Kunden im Vordergrund.“
Die beliebtesten Produkte? Allem voran Lebensmittel; die Chancen für den Export in den Bereichen Hotellerie und Bauwesen sowie für den Industriebedarf scheinen jedoch ebenfalls gut zu sein.
Daniel Enz, ein im deutschsprachigen Raum bekannter Trainer schweizerischer Herkunft und einer der Keynote Speaker der Veranstaltung, sieht in den Bereichen Wein, Wellness und Hotellerie die Sektoren, für die „die Schweiz nach Südtirol und Italien blickt“. Er richtete sich an Unternehmer und lud sie dann ein, „neugierig und mutig" zu sein, „die Chancen und Gefahren gut abzuwägen" sowie „wissbegierig zu sein".

Wenn man in die Schweiz exportieren will, sollte man sich in erster Linie mit den Zollbestimmungen auseinandersetzen. „Der Zoll in der Schweiz ist sehr komplex“, erklärt Matthias Bucheli von der Schweizer Post, „man muss die Besonderheiten des Zolls genau kennen. In diesem Sinne kann die Post vermitteln und das Bindeglied zwischen Südtiroler Unternehmer und dem Schweizer Kunden sein.“
Die Unternehmer, die am Event teilnahmen, konnten sich ¬- auch in individuellen Beratungs-gesprächen - über die Erfahrungen und das Know-how derjenigen Südtiroler Unternehmen austauschen, die bereits Fuß in der Schweiz gefasst haben. Die Worte, die in diesem Zusammenhang immer wieder fielen, waren „Schwierigkeiten“ und „Möglichkeiten“.
Alexander Tartarotti, ein Meraner Architekt, der in Bern arbeitet, betonte, dass „die Schweizer Gesetze sehr komplex sind, da sie Besonderheiten aufweisen, die von Kanton zu Kanton und von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sind." Er fügte jedoch gleich hinzu, dass „sie keine unüberwindbaren Hindernisse darstellen. Im Gegenteil: die Schweiz ist sehr an lokalen Produkten aus Italien, an „made in Italy“ interessiert, an Produkten, die aus den Alpen kommen und nachhaltig sind.
Patrick Wegmann von dem Unternehmen „Zwick“ dagegen betonte die Bedeutung der kulturellen Affinität und der geografischen Nähe: „Die Schweiz“, erzählte er, „ist ein sehr attraktiver Markt für Südtirol, zum einen wegen der Möglichkeiten, die sie bereithält und zum anderen aufgrund der geografischen und kulturellen Gegebenheiten – der Umstand, dass man auch dort italienisch und deutsch spricht, ist ein Aspekt, der Südtirol definitiv zu Gute kommt.“
Interessant waren auch die Aussagen der Schweizer Unternehmer, darunter Georg Vogel. Sein Weingut produziert nur Weine, dessen Trauben ausschließlich aus Südtirol stammen. Diese Geschäftsbeziehungen, erklärt er, „bestehen nun schon seit mehr als hundert Jahren. Wir verkaufen zwischen fünfzig- und sechzigtausend Weine pro Jahr in der Schweiz. Die Nähe ist auf jeden Fall ein Vorteil.“
Viele Schweizer, die von einem Urlaub in Südtirol wieder heimkehren, sind auf der Suche nach dem Geschmack, nach der Erinnerung an Südtirol, der ihnen so sehr gefällt, fast wie ein Souvenir.“
Man könnte es auch mit den Worten von Daniel Enz zusammenfassen: „Der beste Ratschlag, den man Südtiroler Unternehmen geben kann, die eine Wirtschaftsbeziehung mit der Schweiz eingehen wollen, ist derjenige, „sich zu informieren, glaubwürdig zu sein und sich diese Authentizität zu bewahren sowie zu wissen, was man auch wirklich kann.“