Fünf neue Filmprojekte aus dem ersten Call 2017 unterstützt

Eis-Apokalypse, Nebel-Krimi und der Mensch Andreas Hofer

14.03.2017
Ein Science-Fiction-Abenteuer, ein Thriller, ein Dokudrama, ein Drama und ein Roadmovie: Die Genres der fünf neuen Filmprojekte aus dem ersten Call 2017, die vom Südtiroler Filmfonds unterstützt werden, könnten unterschiedlicher nicht sein. Zwei Projekte haben um eine Produktionsvorbereitungsförderung angesucht, darunter auch „Zorro“ des Kastelruther Produzenten und Regisseurs Ronnie Trocker, der mit „Die Einsiedler“ zur 73. Biennale in Venedig geladen war. Drei Projekte bekommen eine Produktionsförderung, mit dabei ein Krimi des Bestsellerautors Donato Carrisi, voraussichtlich mit Jean Reno im Cast, und ein Fantasyfilm von Stefano Ludovichi, der 2013 bereits in Südtirol gedreht hatte. Insgesamt 82 Drehtage sollen die neuen Filmprojekte Südtirol bescheren.
Fünf Projekte hat die Landesregierung heute für eine Unterstützung durch den Südtiroler Filmfonds freigegeben. Eines davon kommt aus Südtirol, zwei aus dem restlichen Italien und je eines aus Deutschland und Österreich. Die Fördersumme beträgt insgesamt 1,35 Millionen Euro, die Filmprojekte sollen einen Südtiroleffekt von 2,15 Millionen Euro einbringen. „Bei diesem Call sind nicht wenige ‚Wiederholungstäter‘ mit dabei; das ist ein sehr gutes Zeichen dafür, dass die Produktionsfirmen, Regisseure, aber auch Schauspieler die Film Location Südtirol schätzen und mit der Qualität der Filmdienstleistungen sehr zufrieden waren“, sagt Christiana Wertz, Leiterin des Bereichs Filmförderung von IDM.

Einer dieser „Rückkehrer“ ist Regisseur Stefano Ludovichi. Er kommt mit „I figli del freddo“ (Arbeitstitel) der Mood Film aus Lucca in einer internationalen Koproduktion mit der Weydemann Bros. aus Köln und der Samson Films aus Dublin nach vier Jahren wieder für Dreharbeiten nach Südtirol. 2013 hatte er hier bereits das Südtirol-geförderte Drama „Aquadro“ abgefilmt, zu dem er gemeinsam mit Davide Orsini das Drehbuch geschrieben hatte. Dasselbe Gespann ist gemeinsam mit Isabella Aguilar auch für das Drehbuch des neuen Films verantwortlich; es erzählt die Geschichte des 17jährigen Jonah, der nach einer großen Eis-Apokalypse auf der ganzen Welt mit seinen Freunden in die sagenhafte Stadt Victoria und in ein neues Leben aufbrechen will. Etwa 36 Tage lang soll für das Projekt in den Dolomiten gedreht werden.

Südtirol ist auch für Jean Reno bereits vertrautes Terrain; nach seiner Hauptrolle in „Wie Brüder im Wind“ – auch dieser Film Südtirol-gefördert - soll er für „La ragazza nella nebbia“ (Arbeitstitel) der Colorado Film Production aus Rom voraussichtlich neben Toni Servillo („La grande bellezza – Die große Schönheit“) und Alessio Boni („Fuori mira“) wieder hier drehen. Regie wird Donato Carrisi führen, aus dessen Feder auch das Drehbuch des Thrillers stammt; der bekannte Krimiautor aus Apulien schreibt seit Jahren äußerst erfolgreiche Bücher, sein Thriller „Der Todesflüsterer“ war ein großer internationaler Erfolg und stand auf der Spiegel-Online-Bestsellerliste weit oben. Die Dreharbeiten finden ausschließlich in Südtirol statt, unter anderem am Karersee, in Welschnofen, im Sarntal und in Sterzing.

Den Mythos Andreas Hofer und somit ein spezifisch Südtiroler Thema beleuchtet das Dokudrama „Andreas Hofer – Volksheld oder Fanatiker“ (Arbeitstitel) der fernsehbüro GmbH aus Berlin in Koproduktion mit der Pre TV Graz sowie in Zusammenarbeit mit dem ZDF und dem ORF. Die beiden Regisseure Hannes Schuler („Die Ahnen der Queen“) und Robert Neumüller („Menschen töten“) wollen Hofer darin nicht als eindeutigen Volkshelden darstellen, sondern als Menschen mit all seinen Stärken und Schwächen. Als Drehorte sind das Passeiertal und das Schnalstal vorgesehen, sieben Tage lang soll sich das Filmteam hier aufhalten.

Viel Südtirol steckt auch in „Zorro“ (Arbeitstitel), einem Drama rund um einen mysteriösen Überfall, den eine wohlhabende vierköpfige Familie in ihrem Ferienhaus über sich ergehen lassen muss und an dem sie langsam zerbricht. Die Firma Bagarrefilm des Kastelruthers Ronny Trocker ist für die Produktion verantwortlich, voraussichtlich mit dem Koproduzenten Zischlermann Filmproduktion aus Berlin, angesucht wurde um Produktionsvorbereitungsförderung. Das Drehbuch kommt von Trocker, der auch Regie führen wird und in der Kinowelt kein unbeschriebenes Blatt ist: Sein Drama „Die Einsiedler“, für das im Herbst und Winter 2015/16 im Vinschgau eben mit Zischlermann Berlin gedreht worden war, war in der Reihe „Orizzonti“ der 73. Biennale Venedig zu sehen.

Ebenso um Produktionsvorbereitungsförderung hat auch das „barocke Roadmovie“ der KGP Kranzelbinder Gabriele Production aus Wien mit dem derzeitigen Titel „Am Anfang der Schwerkraft oder die schicksalhafte Reise einer noblen Familie und ihrer Dienerschaft über die Alpen“ angesucht. Wie der Titel bereits klarstellt, geht es hier um die Alpenüberquerung einer adeligen Familie samt Gefolge, die dank Unwettern und Arroganz der Mächtigen einer Katastrophe zusteuert. Drehbuchautor Thomas Woschitz wird hier auch Regie führen.

Beschlossen wurden auch weitere Fördermittel für das Projekt „Un Passo dal cielo 4“. Für die Erfolgsserie von RAI1 wurden bereits im ersten Call 2016 Mittel bewilligt. Aufgrund des hohen touristischen Mehrwerts, den die Reihe rund um die Forststation im Hochpustertal einbringt, werden nun zusätzliche Unterstützungsgelder bereitgestellt.