Nachhaltigkeit
Der Mountex Summit zeigte eindrucksvoll, wie Südtiroler Unternehmen nachhaltiges Handeln mit glaubwürdiger Kommunikation verbinden. Vier echte Vorreiter teilten ihre Erfahrungen, Einsichten und Erfolgsfaktoren - und gaben klare Impulse für die Zukunft.
Beim diesjährigen Mountex Summit Connect & Act stand ein Thema im Mittelpunkt, das Südtirols Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen bewegt: Wie gelingt es, Nachhaltigkeit glaubwürdig zu leben – und sie so zu kommunizieren, dass Menschen und Unternehmen wirklich mitziehen?
Dazu diskutierten vier Nachhaltigkeitsexperten unter der Moderation von Franziska Mair (IDM): Klaus Pichler (Hotel Weihrerhof), Herbert Niederfriniger (Holzius) sowie Alessia Costurà und Ulrich Prechsl (beide IDM). Für sie alle ist Nachhaltigkeit ein täglicher Kompass, weit über ein bloßes Schlagwort hinaus.
Die Diskussion zeigte, wie unterschiedlich der Einstieg in die Nachhaltigkeit sein kann und wie ähnlich die Herausforderungen sind. Klaus Pichler berichtete, dass in seinem Betrieb vieles schon lange umgesetzt wurde, bevor überhaupt darüber gesprochen wurde. Der Schritt zu Zertifizierungen habe dann geholfen, Leistungen strukturiert zu erfassen und nach außen sichtbar zu machen.
Auch Holzius-Gründer Herbert Niederfriniger machte deutlich, wie sehr sein Unternehmen von einem tiefen Naturverständnis geprägt ist. Für ihn ist Nachhaltigkeit kein Trend, sondern die Basis des Handelns – vom kreislauffähigen Bauen bis zur Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Gleichzeitig betonte er: Nachhaltigkeit müsse wirtschaftlich tragfähig bleiben, sonst verliere sie an Breite und Wirkung.
Ulrich Prechsl wies darauf hin, dass Unternehmen häufig entweder sehr stark in der Umsetzung oder sehr stark in der Kommunikation sind. Die Zukunft liege jedoch darin, beides klug zu verbinden. Orientierung könne dabei unter anderem das Nachhaltigkeitslabel Südtirol geben, das klare Strukturen schafft und Glaubwürdigkeit stärkt. Alessia Casturà brachte eine weitere wichtige Perspektive ein: Nachhaltigkeit müsse intern verankert sein, damit sie nach außen wirken kann. Sensibilisierung, Austausch und Formate wie interne Weiterbildungen zur Nachhaltigkeit stärken das Bewusstsein im Team und fördern eine Kultur, in der Nachhaltigkeit aktiv gelebt wird.
Einig waren sich alle darin: Regionalität macht Nachhaltigkeit greifbar. Sie schafft Nähe, Vertrauen und Authentizität – sei es im Tourismus, im Handwerk oder in der Bauwirtschaft. Regionale Wertschöpfungsketten funktionieren in Südtirol bereits heute gut und zeigen, wie eng verschiedene Branchen zusammenarbeiten können.
Für die Zukunft braucht es, so die Stimmen auf dem Podium, vor allem eines: gemeinsame Ziele und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Ehrlichkeit, transparente Prozesse und starke Netzwerke seien entscheidend, um nachhaltiges Wirtschaften weiter voranzubringen und um Unternehmen langfristig resilient zu machen.
Die Diskussion auf der Mountex Messe hat gezeigt: Südtirol verfügt über engagierte Vorreiter, eine wachsende Dynamik und ein starkes Bewusstsein für regionale Kreisläufe. Jetzt gilt es, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen.